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Übersetzt von Claudia und Bettina.

Montag, 27. August 2007
Als die erste Aufführung, die ich mir angesehen hatte, zuende war, zitterte ich und hatte Probleme mit dem Sehen. Ich bin mir nicht sicher, was es war, wahrscheinlich eine Kombination aus zu wenig Schlaf und dem sehr intensiven und emotionalen Stück.

Es gab einige schwarzhumorige und subtile Witze, doch für meinen Geschmack lachten die Leute zu oft und immer zur falschen Zeit. Aber dann, denke ich, ist es einfach ihre Art, ihr Unbehangen und ihren Schock zu verbergen.

Auf dem Balkon zu sitzen gab mir eine wunderbare Möglichkeit, die ganze Bühne zu sehen und mich auf die Bewegungen zu konzentrieren, wo welcher Charakter stand, wie sie sich bewegten und miteinander interagierten.

Während der Pause sprach mich ein netter Typ an. Es stellte sich heraus, dass er in Neuseeland war, um etwas über die Arbeit als Theaterdirektor zu lernen, wie faszinierend! Wir redeten über das Stück, über Craig, die Erwachsenenbildung, Reisen und Gott weiß was noch alles. Er war sehr nett, interessiert und entspannt und ich habe mich - nach der Pause - darüber geärgert, dass ich ihn nicht einmal nach seinem Namen gefragt hatte. Nach dem Stück gingen die Leute so schnell nach Hause, dass ich ihn nicht mehr entdecken konnte. Seufz.

Mittwoch, 29. August 2007
Nachdem ich am Nachmittag geschlafen hatte, sah ich mir "The Pillowman" an und traf mich mit einer Freundin, die ich aus dem Internet kannte. Sie saß in der ersten Reihe, die Glückliche. Wir winkten einander zu und begrüßten uns in der Pause. Sie ermutigte mich, den zweiten Akt bei ihr vorne zu verbringen und zu meiner Freude und Überraschung kam niemand, um mich von dem Platz zu verjagen.

Aus der Nähe leuchteten Craigs Augen in ihrem wundervollen intensiven blau und ich konnte einen eingehenden Blick auf seinen perfekt geformten Körper, seine Hände und Füße werfen. Ja, nichts daran auszusetzen. Er ist in guter Form.

Nach dem Stück sind meine Freundin und ich geblieben, um Craig Hallo zu sagen. Wir haben zwei andere Mädchen getroffen und haben mit ihnen geredet, bis Craig herausgekommen ist, um Hallo zu sagen. Nach dem langen Warten in der kalten Aucklander Winternacht fühlte er sich so warm an. Gut. Er hat fast zwanzig Minuten mit uns geredet, bevor er wieder hineinging.

Craig hat uns von den anstehenden zwei Wochen Urlaub in Thailand erzählt, einem Film, den er zum Teil auf Fidschi drehen würde und dass er Anfang November wieder mit Shortland Street beginnen würde.

Ich habe ihn gefragt, warum er sich The Pillowman ausgesucht hat und er hat gesagt, dass er es getan hätte, weil "dieses Stück, weißt du, selbst wenn du es haßt - es bringt dich zum Nachdenken." Er sagt, dass das Publikum in Neuseeland nicht an so etwas gewöhnt ist, es besteht zum größten Teil "aus Leuten über 60, die es nettes und süßes erwarten, das nicht wirklich herausfordert."

Craig fragte uns, ob wir schon einmal auf Fidschi gewesen seien, worauf ich antwortete, dass jedes Mal, wenn ich es wollte, irgendeine Revolution ausgebrochen war. Er lachte und sagte, ja, das sei war, aber sie waren nicht sehr schlimm, Touristen seien normalerweise nicht betroffen und vor allem auf den Inseln im Westen sei alles in Ordnung. Er sagte uns, wir sollen nicht auf die Hauptinsel sondern auf eher eine der kleinen im Westen, da diese wirklich schöne Orte seien. Ich habe ihn gefragt, ob eine Lieblingsszene in "The Pillowman" hätte und er sagte, dass das schwierig zu sagen sei und sich dauernd ändere.

Meine Freundin erzählte Craig, wie sie Jonathan Hardy dazu gebracht hat, schnell mit ihr zu ihrem Auto zu gehen, um ihn nach Hause zu bringen und erst danach las sie im Programm vom Pillowman, dass er vorher schon zwei oder drei Herzanfälle hatte und sie sagte: "Oh mein Gott! Ich hätte den Mann umbringen können!" Craig lachte mit uns, dann sagte er, dass Jonathan ihm davon erzählt hatte, dass sie ihn nach Hause gebracht hatte.

Als Craig wieder hineinging, brachen die beiden Mädchen auf und ich ging mit meiner Freundin etwas trinken. Wir hatten einen Kaffee, setzten uns hin und redeten bis spät in die Nacht.

Donnerstag, 30. August 2007
Das Publikum war heute so nervtötend. Sie waren sehr laut (Handys, reden, husten) und sie lachten wie Idioten an Stellen, die nicht im mindestens lustig fand.

Craig hat einige Male seine Konzentration verloren und machte ein paar Fehler. Er tat mir leid und ich fragte mich, ob es an den Leuten lag oder ob er andere Dinge hatten, die ihn ablenkten.

Freitag, 31. August 2007
Nach einem Ausflug nach Rangitoto Island brauchte ich ein wenig Ruhe bevor ich zum Theater ging. Dieses Mal war es gut, keine Probleme mit dem Publikum, Craig hat sich gut geschlagen, auch wenn ich bemerkt habe, dass ein paar Dinge etwas anders waren.

Die beiden Mädchen vom vergangenen Abend waren ebenfalls wieder da, also warteten wir drei auf Craig. Er wurde für eine Dame von etwa 50 Jahren nach draußen gebeten, also redeten die beiden erst mal ein wenig, dann winkte er uns zu und ging wieder rein. Es dauerte lange, bis er wieder herauskam, aber ich wollte ihm wirklich meine Geschenke geben, sie waren sehr schwer und ich hatte keine Lust, sie wieder zum Hotel und für die nächste Vorstellung dann wieder den Berg hinauf zu tragen.

Als er rauskam hatte er es etwas eilig, weil seine Kollegen bei ihm waren und sie offensichtlich in die Stadt wollten. Er hatte ein Bier in seiner Hand und sein Atem roch nach Alkohol, seine Haare waren zerzaust (frisch geduscht, da er am Ende des Stückes fast vollkommen von Blut bedeckt ist) und er hatte eine Zigarette hinters Ohr gesteckt. Wie hart arbeitende Schauspieler das eben machen, bevor sie ins Nachtleben abtauchen ;)

Wir sagten Hallo und es gab die üblichen Küsschen. Es war deutlich, dass er im Aufbruch begriffen war, also habe ich ihm die Tüte mit den Geschenken entgegengehalten und sagte: "Ich werde die nicht mehr mit zum Hotel nehmen. Das ist für dich." Craigs Augen weiteten sich und er nahm sie lächelnd. "Oh mein Gott! Du solltest nicht ... oh ... danke!" Er küsste mich, dann sah er in die Tüte hinab. "Und so wundervoll eingepackt." - "Packs lieber zuhause aus", flüsterte ich und er nickte. "Vielen, vielen lieben Dank."

Er fragte uns nach unseren Plänen für den nächsten Tag und als die Mädchen zögerten sagte ich "Kommt mit mir in den Zoo" und Craig unterstützte mich sofort: "Der Zoo ist eine tolle Idee! Der Zoo ist wirklich toll!"

Dann sagte Craig: "Ich werde das hineinbringen, ich nehme es morgen mit, weil wir zu Fuß runtergehen..." Er rannte wieder hinein, um die Tüte wegzubringen, dann kam er erneut raus.

"Ich sehe euch morgen? Habt eine tolle Nacht und wir sehen uns." Ich bekam eine Umarmung und einen Schmatzer auf meine rechter Wange: "Vielen lieben Dank." Dann küsste er die beiden anderen und sagte wieder: "Gute Nacht und habt einen tollen Abend." Danach ging er zu seinen geduldig wartenden Freunden und sie gingen runter zum Albertpark, um von dort aus in die Stadt zu gehen."

Wir drei redeten noch ein Weilchen, doch die Kälte dieser Nacht ließ uns bald in unsere Hotels verschwinden.

Samstag, 1. September 2007
Es war ein Migräne-Tag und ich habe den Zoo-Besuch nicht wirklich genossen. Glücklicherweise war ich alleine dort und konnte so einfach zum Hotel zurück und den Schmerz wegschlafen.

Ich kam gerade rechtzeitig zum Theater und saß relativ weit hinten. Craig machte nur einen Fehler und während des Stückes hatte ich das Gefühl, dass er mich einige Male ansah. Ich frage mich, ob das nur Einbildung war.

Nach dem Stück ging ich raus und zur Toilette. Als ich wiederkam, stand meine Freundin an der Kasse und kaufte noch mehr Eintrittskarten. Ich stellte mich neben sie, wollte sie nicht unterbrechen und wartete auf meine Chance ihr zu sagen, dass ich wieder ins Hotel gehe, da meine Kopfschmerzen wiederkommen und ich nicht wieder auf Craig warten wollte. Vor allem nicht mit einem Kopfschmerz, der mein Hirn wahrscheinlich beim ersten Versuch einer Unterhaltung außer Gefecht setzen würde.

Aber bevor ich ihr irgendetwas sagen konnte, kam ein frisch geduschter Craig aus dem Backstage-Bereich geschossen. Die Haare zerzaust und nur in T-Shirt uns Jeans. Er hat immer so schnell geduscht, dass er manchmal bereits im Foyer war, bevor wir nach dem Toilettengang nach der Show wieder da waren. Wow. Speedy.

Er trug das wunderschöne blaue T-Shirt das ich so sehr liebe. Zunächst sah er schnell nach draußen, wo wir am Abend vorher gestanden hatten, doch offensichtlich waren wir nicht da, also drehte er sich herum und sah meine Freundin. Ich habe - das muss ich zugeben - versucht, mich etwas hinter ihr zu verstecken und habe auf den Theaterplan gesehen. Leider war es zu spät und aus dem Augenwinkel sah ich, dass Craig mit großen Schritten herüberkam. Er grinste breit und fröhlich: "Hallo." Er kam und umarmte und küsste mich: "Vielen Dank, sie sind einfach wundervoll! Die Geschenke sind einfach nur wunderschön." Meine Freundin fragte ihn, was er bekommen habe. "Schokolade und ein wundervolles Buch und ein tolles leuchtendes Ding, es ist gerade hinten an..." (Er nickte in die Richtung des Backstage-Bereiches). Ich war mir nicht sicher, ob meine handgeschriebene Gebrauchsanweisung verständlich war, also habe ich gefragt: "Also funktioniert es?" - "Ja! Es steht auf einem kleinen Tisch, den Raum wundervoll erleuchtend."

Er lächelte mich kurz an, berührte meine Schulter und ging rückwärts: "Wir sehen uns. Passt auf euch auf." Er ging wieder in den Backstage-Bereich und ich sagte meiner Freundin, dass wir uns am Sonntag sehen, da ich Schlaf brauchte.

Wir verabschiedeten uns und ich ging die Treppen hoch und an der Straße, in Richtung Park, sah ich Craig draußen an der Backstage-Tür stehen, rauchend und mir zulächelnd. Ich ging, ebenfalls lächelnd.

Sonntag, 2. September 2007
Das Stück war auch, auch wenn ich fand, dass Tupolski (Jonathan) ein wenig zu lustig war und nicht wirklich zu der düsteren Stimmung des Stückes passte. Er sah sehr oft ins Publikum um Reaktionen zu sehen, und als er nach einem Scherz, den ich eher als Slapstick empfand, zu mir sah, gab ich mir Mühe, ein Gesicht aus Stein zu machen. Auf der anderen Seite habe ich ihn zustimmend angelächelt, wenn er Dinge so getan hatte, wie ich sie mochte *g*

Ariel (Michael) fasste Katurian (Craig) wirklich brutal an und ich fragte mich, ob der schmerzverzerrte Gesichtsausdruck lediglich Schauspielerei oder ob nicht ein Teil davon real war. Wie um die besorgten Leute im Publikum (nämlich mich) zu beruhigen, ließ das Gerangel am Boden häufig Craigs Hemd hochrutschen und legte einen schönen Bauch oder Rücken frei. Lecker! Selbst die größte Folter auf der Bühne wurde auf diese Art und Weise etwas erträglicher.

Nach dem Stück wurde Craig von Lori geschnappt, die sich das Stück angesehen hatte. Sie unterhielten sich und Craig signierte eine besondere, aus Possum(Fuchskusu)fell gemachte Lederhose für die RingCon.

Dann vereinnahmte ein japanisches Mädchen ihn wegen Autogrammen, Fotos und der Bitte um Berührung sämtlicher Dinge, die sie gekauft hatte. Das ließ ihn wie eine Art lebenden Glücksbringer aussehen oder so, aber gutmütig erfüllte er diesen Wunsch.

Obwohl Craig mit diesen Dingen sehr beschäftigt war, nahm er sich die Zeit, um kurz für einen Kuss und eine Umarmung herüberzukommen. "Habt einen guten Montag in dieser schönen Stadt." Wir redeten für eine kurze Zeit, dann umarmte er uns erneut: "Einen schönen Abend noch. Ich glaube, ich gehe früh zu Bett." Er beeilte sich fertig zu werden, denn Jonathan wartete auf ihn, eine Flasche Champagner in der Hand.

Lori sprach mit uns. Es war sehr lustig und sie war so nett. Sie erzählte uns von den Plänen für die Schauspiel-Workshops. Sie erwähnte Mark nicht aber sagte, dass Robert Pollock, den sie bewundere, ebenfalls an den Workshops teilnehmen würde.

Nachdem Lori gegangen war, beschloss der Rest von uns, zu Abend zu essen.

Dienstag, 4. September 2007
Heute agierte Craig sehr emotional, weinte oft an Stellen, an denen er normalerweise schrie. Jonathan machte ganz schön Fehler. Ich hoffe, es wird nicht zu viel für ihn, ich hoffe wirklich, er erleidet keinen Zusammenbruch oder so etwas.

Es gab einen sehr komischen und liebenswerten Moment genau am Ende des Stücks. Da wo Katurian sich nach dem Erschossenwerden wieder erhebt und das Stück mit einem Monolog beendet. Er sagt, dass Katurian Katurian in den letzten Momenten seines Lebens eine Geschichte verfasst hat, doch Craig war an der Stelle schon vorher gestolpert und sagte "Gedicht" statt "Geschichte". Als er dieses Mal gerade bei diesem Satz ankam, sah er mich an und sagte: "In den sieben und dreiviertel Sekunden die Katurian Katurian noch gegeben waren, bevor er starb, versuchte er ein Ged… eine Geschichte zu verfassen."

Als er begann "ein Ged…" zu artikulieren, wurden meine Augen groß und hielt meinen Atem an aus Angst, er würde erneut den Fehler machen. Er sah das und grinste. Genau wie ich, als er sich selbst korrigierte: "eine Geschichte". Ich war so erleichtert. Diesen kleinen privaten Moment zu teilen und das Lächeln zwischen uns war so kostbar. Ich werde das nie vergessen.

Nach dem Stück beschlossen wir nicht zu bleiben und Craig stattdessen eine Pause zu gönnen. Aber bevor wir gingen, streichelte ich Oliver Drivers Hund Jack, der schnell zu mir gelaufen kam, als ich ihn aus der Entfernung ansprach (den Hund - nicht Oliver). Jack ist ein schöner und freundlicher Border Collie. Im Gegensatz zu Oliver, der die ersten Male, als wir ihn sahen, stets vor sich hin grummelte. Es störte mich nicht sehr, da ich mich selber ziemlich nicht erpicht auf Gesellschaft fühlte.

Freitag, 7. September 2007
Die Aufführungen am 5. und 6. waren ereignislos, jedenfalls kann ich mich an nichts Besonders erinnern.

Am Freitag, den 7. September, hatte ich den Eindruck, dass Craig mich während des Stücks lange ansah, aber selbstverständlich konnte ich seinen Gesichtsausdruck nicht auf mich beziehen, da er ja spielte. Ach ja, ich fragte mich, ob die Tatsache, dass ich eine Brille trug, seine Aufmerksamkeit erregte. Obwohl ich sie hasse, muss ich sie tragen und meine Augen waren ziemlich irritiert aufgrund des starken Windes während eines dreistündigen Ausritts an diesem Nachmittag.

Nach dem Stück waren nur ein japanisches Mädchen und ich da und ich hatte vor, zurück ins Hotel zu gehen, aber sie wollte, dass ich blieb und mit ihr wartete. Wir unterhielten uns und ich versuchte sie davon zu überzeugen, mit ins Hotel zurückzukommen. Ich hatte es fast geschafft, als ihre Augen große wurden. Ich wusste sofort, wen sie entdeckt hatte. Trotzdem drehte ich mich aus einem Reflex heraus um, um zu gucken, ob es stimmte und sah Craig, der auf diesem kleinen Bordstein saß, rauchend, lächelnd und winkend. Er sagte "Hi", als er sah, dass wir ihn bemerkt hatten. Ich weiß nicht, wie lange er uns beobachtet hatte, während er rauchte, da wir am Ende der Treppe standen, in seinem vollem Sichtfeld, während er in der Dunkelheit saß mit seiner Zigarette und einem Glas Weißwein.

Das Mädchen begann hinüberzugehen und ich sagte, ich würde auf sie warten und blieb bei den Stufen zur Straße stehen. Als sie bemerkte, dass ich nicht hinterherkam, drehte sie sich um, ergriff mich am Arm und zog mich mit. Ich sagte, "Aber ich kann wirklich nicht beim Übersetzen helfen", Craig lachte und stand auf, um Hallo zu sagen. Aus irgendeinem Grund schien es ihn nicht zu stören, uns zu sehen, obwohl er eine Zigarette rauchte und ein Glas Weißwein trank. Und er war sehr entspannt und normal. Vielleicht weil er wusste, dass es ein langsames und einfaches Gespräch werden würde, nur mit uns beiden. Und genauso war's dann auch. Er nahm sich Zeit, obwohl er nur ein T-Shirt trug (wieder DAS T-Shirt, das Blaue) und ihm kalt war. Er war so nett, sehr ruhig, irgendwie privat, nur ein bisschen mit uns plaudernd. Kein professionelles Lächeln, kein Interview-Stil, wir drei unterhielten uns einfach. Und es war unglaublich, wie *er mir* erklärte, was das japanische Mädchen zu sagen versuchte. Kicher.

Das japanische Mädchen gab ihm einige Geschenke und er versuchte ihr verständlich zu machen, dass sie ihm nicht noch mehr Geschenke geben sollte. "Danke, zu nett. Nicht noch etwas. Das ist aber das Letzte." Er klang fast so als wolle er sie hypnotisieren, ich konnte mir ein Lächeln angesichts seiner Verzweiflung nicht verkneifen, da dies so offensichtlich ein hoffnungsloser Fall war. Sie schenkte ihm Socken und japanischen Grüntee. Er freute sich wirklich über den Tee, hielt ihn mir unter die Nase um daran zu riechen du sagte er würde sich den mit Jonathan teilen.

Sie fragte ihn nach dem "Ölpapier", das sie ihm geschenkt hatte und nach einiger Verwirrung verstand, was sie meinte und erklärte mir, dass dies Gesichtstücher seien, wie sie in Japan benutzt werden. Er gab zu, dass er erst nicht so recht gewusst habe, wozu sie dienten und dass er eine Notiz für einen Freund auf eines davon geschrieben hätte.

Ich fragte ihn, wie es ihm ginge und er sagte er fühle sich ein bisschen krank und müde. Er war offensichtlich - auch im Stück - dass er eine Erkältung hatte, der arme Kerl.

Ich erzählte ihm, dass ich am Nachmittag geritten sei, was er fantastisch fand und mich fragte, wo ich gewesen wäre. "Pakiri Beach?" "Ja genau." "Ja, das ist toll. Reitest du?" Ich bejahte, aber sagte ihm, dass ich schon lange keine Gelegenheit mehr dazu gehabt hatte und es daher eine ganz schöne Herausforderung gewesen wäre, da ich das schnellste Pferd bekommen hatte und ziemlich damit beschäftigt gewesen war oben zu bleiben. Er lachte.

Nach einer Weile sagte er, er wolle wieder hineinhüpfen, weil es ihm furchtbar kalt war. Ich entschuldigte mich, weil ich ihn aufgehalten und beim Trinken und Rauchen gestört hatte und er sagte: "Ist schon in Ordnung. Ich sollte jetzt sowieso zu Hause und im Bett sein."

Das japanische Mädchen fragte Craig nach Dr. Who. Sie dachte, dass *er* Dr. Who gespielt hätte und Craig nahm sich eine Menge Zeit, um ihr ganz langsam und deutlich zu erklären, dass David Tennant Dr. Who gespielt habe und dass dieser David Tennant in London ebenfalls den Katurian, die Rolle, die Craig nun spielte, gegeben hatte, aber Craig nicht Dr. Who wäre….* g*

Ich nahm die Gelegenheit wahr, ihn nochmal nach dem Film zu fragen, ob er etwas darüber sagen könnte oder ob alles ein fürchterliches Geheimnis wäre. "Oh, nein, nein, kein fürchterliches Geheimnis." Er sagte hoffentlich würde Michael (Hurst) Regie führen, aber da es im Moment Ärger auf Fidji Ärger geben würde wäre er nicht sicher, ob sie so wie geplant weiter machen könnten oder bis Anfang nächsten Jahres warten müssten.

Außerdem sagte er , dass er noch drei weitere Monate Shortland Street abdrehen und dann irgendwie "entkommen" würde.

Danach sagten wir gute Nacht und er hüpfte rein, bevor er ganz zum Eisblock erstarrt war.

Samstag, 8. September 2007
An diesem Tag gab es zwei Aufführungen. Während der ersten saß ich in der ersten Reihe und es war sehr emotional. Craig war so in seine Rolle vertieft, ich sah wie die Tränen über sein Gesicht strömten und wäre am liebsten auf die Bühne gerannt und hätte ihn umarmt. Glücklicherweise hielt mich ein letzter Rest Vernunft auf meinem Sitz.

Nach der Pause gibt es diese "Kleiner Jesus"-Szene und das Mädchen, das den kleinen Jesus spielt, macht mit den Händen diese segnenden Gesten und das tat sie, während sie mich direkt ansah. Ich konnte es nicht vermeiden zu grinsen, obwohl ich es wirklich versuchte, es nicht zu tun. Ich sah, wie ihre Augen funkelten und sie unter ihrem Bart grinste. Niedlich.

Als die Aufführung zu Ende war, waren meine Freundin und ich gerade dabei zu gehen, als Michael Hurst um die Ecke kam. Ich gratulierte ihm wegen der gelungenen Aufführung und er hielt an und redete mit uns. Er sagte, dass sie damit begonnen hätten, kleine Veränderungen vorzunehmen, wie anders zu stehen oder andere Gesichtsausdrücke zu versuchen usw. um das Stück lebendig zu erhalten und das meistens, wenn es zwei Aufführungen an einem Tag gäbe, die zweite sogar besser als die erste. Wir redeten auch über die verschiedenen Zuschauer und er sagte, dass er eine wirkliche Beziehung gäbe zwischen ihnen und der Kompagnie, eine starke Interaktion und einen beidseitigen Einfluss.

Dann sagte er, er würde nun nach seinen Kindern sehen und verließ uns mit einem typisch neuseeländischen "See ya." (Bis dann)

Die zweite Aufführung war - meiner Meinung nach- nicht besser als die erste, vielleicht auch weil Craig erschöpft wirkte und offensichtlich noch unter seiner Erkältung litt.

Nach der Aufführung wollte ich zurück ins Hotel während die anderen warteten. Ich ging zu zwei Mädchen hinüber, die mich nach einem Stift gefragt hatten um ihnen farbige Filzstifte zu geben, die ich bei mir hatte, so dass sie Craig um ein Autogramm bitten konnten. Aber bevor der Stifthandel vorbei war, kam Craig heraus und kam schnurstracks auf uns zu.

Craig sprach über das Fotoshooting für das Pillowman Promotionfoto. Er erklärte uns, dass er sich um das Bild zu schießen, bäuchlings mit steif ausgesteckten Händen und Beinen auf einen Hocker legen musste und dies fürchterlich unbequem und schmerzhaft war.

Er erzählte uns auch, dass sie jeden Abend die selben Sachen tragen würden und sie nur "Sicherheitsreserven" hätten, für alle Fälle, aber ansonsten würden die Klamotten jeden Abend gewaschen. Außerdem geriete das Blut überall hin und manchmal - nach der kurzen Dusche im Theater, wenn er morgens aufstände und sich wüsche, würde er Blut in seinen Ohren finden. "Iih!" (sein Kommentar)

Dann entschuldigte er sich, weil er zu seinen Freunden aus Australien wollte.

Sonntag, 9. September 2007
Das Theaterstück war gut, nichts Außergewöhnliches passierte. Craig war immer noch erkältet, aber machte seine Sache gut. Er tat mir wirklich leid, auf der Bühne stehen zu müssen, ohne die Möglichkeit zu haben, sich zu schnäuzen oder sich durch Husten Erleichterung zu verschaffen, kann nicht einfach sein.

Aber ich muss zugeben, ihn während der Vorstellung mit der Hand die Nase wischen zu sehen, war seltsamerweise ziemlich sexy und ließ in mir eher den Wunsch aufsteigen, ihn zu trösten als ihm ein Taschentuch zu reichen. Irgendwie kann dieser Mann nichts Unschönes oder Falsches tun.

Nach der Vorstellung ging ich mit meinen Freunden Sushi essen. Ich trank zwei große Gläser Pflaumenwein und plötzlich sah die Welt ganz anders aus. J

Dienstag, 11. September 2007
Mark Ferguson war heute Abend in der Vorstellung, aber ich habe nicht mit ihm geredet. Es sah so aus, als wolle er nicht angesprochen werden, da er an seinem Handy hing, als hinge sein Leben davon ab.

Das Stück war sehr emotional und außergewöhnlich blutig. Manchmal zuckte ich regelrecht zusammen, wenn Craig schrie und kreischte und wenn er weinte, krampfte sich mein Magen zusammen. Die Elektroden ließen immer tiefe Abdrücke auf seinen Fingern zurück und ich nehme an, sie solange angelegt zu haben, muss schmerzhaft gewesen sein. Er beugte seine Zehen, wie er es oft tat und ich überlegte wieder einmal, was der Grund dafür sein könnte.

Mittwoch, 12.09.2007
Während der Vorstellung verloren die Schauspieler - obwohl sie intensiv und emotional spielten - mehrere Male die Konzentration. Besonders Jonathan. Aber das Publikum war auch seltsam. Viel zu laut und überhaupt nicht aufmerksam.

Nach der Aufführung kam zunächst Oliver heraus und sagte "Hallo" und lächelte dabei sogar. Wow! Dann kam Jonathan und scherzte mit meiner Freundin. Wir wunderten uns , was er genau gemeint hatte. Während Craig damit beschäftigt war, sich mit einigen anderen Fans zu unterhalten, schafften wir es, Gareth (der Michal spielt) davon zu überzeugen, zu uns rüber zu kommen. Er ist so schüchtern und für gewöhnlich haute er nach der Aufführung ab, aber er entspannte sich schnell und schließlich hatten wir ein nettes Gespräch über die Unterschiede im Theater zwischen Neuseeland und Europa und ich fragte ihn, ob er mal tatsächlich während der Proben mit seinem Kopf auf den Boden geknallt sei. Er erwiderte, nein, glücklicherweise nicht, er schlüge nur mit den Händen auf den Boden, um es realistisch anzusehen und hören zu lassen, aber dass Craig ihn oft fragen würde: "Bist du okay?", weil er besorgt wäre, ihn verletzt zu haben.

Es war ein wirklich faszinierender Kontrast, Craigs und Gareths Zusammenspiel auf der Bühne zu erleben. Zunächst war Craig sehr sanft, hielt und streichelte seinen geliebten Bruder und erzählte ihm Geschichten, und dann …. Später war er kalt, verzweifelt und gewalttätig, aber ohne die unterschwellige Liebe zu seinem Bruder zu negieren, die selbst in den schlimmsten Momenten zu spüren ist. Craig hat sich als Schauspieler wirklich enorm entwickelt von den ersten zögernden Schritten in den alten Shortland-Folgen von damals zu einer solchen physischen und psychisch anspruchsvollen Rolle wie hier als Katurian.

Gareth lächelte viel und genoss die Unterhaltung offensichtlich. Er sagte auch, er möge meine Schuhe. "Die sind so bunt." Ich bedankte mich und ja- ich mag sie auch. Er war nicht der Einzige. Das Mädchen im Reitstall hatte auch gesagt, sie fände sie gut. Ich erzählte Gareth auch, dass ich im Albert-Park auf Bäume geklettert wäre und dort für eine lange Zeit gesessen hätte, dass die neuseeländischen Bäume zu verlockend wären, weil sie so einfach zu erklettern seien. Er antwortete, das sei so cool, weil das zu den Dingen gehört, die man normalerweise tut, wenn man Kind ist und von denen man plötzlich, wenn man älter wird, glaubt, sie nicht mehr zu können. Wir passten ganz gut zusammen. Als er ging, brauchte Craig nicht lange, um zu uns herüberzukommen, uns zu küssen und zu umarmen. Er nahm sich Zeit, schloss meine Freundin in eine lange Umarmung und sagte: "Das ist so gut, euch zu sehen." Dann küsste er mich und hielt mich für einen wirklich laaaangen Moment richtig eng fest. Ich holte tief Atem und er hielt mich noch ein bisschen fester… als wolle er sagen …. Lass es noch nicht vorbei sein. Das war so gut.

Er fragte mich, wie es mir gehe und ich tat das Gleiche. Er war sehr entspannt und schien fröhlicher und besser drauf zu sein als in den Tagen zuvor. Meine Freundin schaffte es irgendwie ihm beizubiegen, dass ich "morgen zurückfliegen und mich verabschieden wolle." *g*

Nachdem er mir einen sicheren Flug gewünscht hatte, sagte ich, ich wolle nicht nach Hause zurück und er lachte. "Es wird schön sein, weil du in den Sommer dort zurück kehrst." Aber ich wusste, es würde Herbst sein. Naja, ich mag den Herbst auch, deshalb kommentierte ich das nicht.

Als er sich verabschiedet hatte, begann er rückwärts zu gehen und sagte wieder "Guten Flug", und warf mir die süßeste Kusshand zu. Er lächelte und winkte mir eine Weile zu und ich konnte nicht anders als lächeln und zurückwinken. Er hatte mich dazu gebracht mich in einem Moment, der eigentlich traurig sein müsste, wohl zu fühlen.

Erst als meine Freundin und ich weggingen, fiel mir auf, dass ich völlig vergessen hatte, ihm einen schönen Urlaub zu wünschen, daher schrieb ich am nächsten Tag einen kurzen Brief und bat sie, ihn an Craig weiter zu reichen. Ich war erleichtert, dass ich ihm wenigstens auf diese Weise einen schönen Urlaub wünschen konnte und für die ganze Zeit, die er mit uns verbracht hatte, während er sich tapfer der Kälte von Auckland im Winter entgegenstellte, danken konnte.

Donnerstag, 13. September 2007
Ich traf meine Freundin, um ihr den Brief an Craig zu geben und mich zu verabschieden. Ich war noch immer nicht wirklich traurig, weil die schönen Momente in meinen Gedanken wieder und wieder abliefen. Als ich zum Flughafen fuhr, sagte der Fahrer des Shuttlebusses: "Pass auf dich auf und guten Flug. Auf Wiedersehen." - Was für ein netter Weg, dieses schöne Land mit seinen schönen Leuten zu verlassen.

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