xx info // tv // legend of the seeker // flickwerk von clichees aus dem land der fantasie
Original: NzHerald.co.nz, 30.03.2009, von Frances Grant, übersetzt von Steffie.

Irgendwo im Fantasy Land muss ein Garagenverkauf stattfinden, wo all die Dinge verkauft werden, die zusammen gewürfelt eine Geschichte voller Schwerter und Zauberei ergeben.

Legend of the Seeker, welches gestern Abend Premiere feierte und heute Abend schon fortgesetzt wird, basiert auf dem Roman 'Das Schwert der Wahrheit 1: Das erste Gesetz der Magie' von Terry Goodkind, wirkt aber mehr wie eine Geschichte, die aus Teilen von Herr der Ringe, der Arthuslegende, der Bibel und Star Wars zusammen gebastelt wurde.

Ich habe das Buch nicht gelesen, aber wenn die Drehbuchschreiber die Vorlage verschönert haben, bleiben sie doch an keinem Punkt an den Originalplätzen. Die Show wird von den ‚Hercules' und ‚Xena'-Machern Rob Tapert und Sam Raimi produziert, wirkt aber viel ernsthafter als ihre Markenzeichen, der Kreuzung zwischen Mythen und moderner Ironie und Kitsch.

Vieles lebt von den Spezialeffekten, aber die wirklich sichtbaren geografischen Bilder leiden unter der Vielzahl von Actionszenen. Gestern Abend zum Beispiel in der atemberaubenden Eröffnungsjagd, wird die Heldin Kahlan (sehr poetisch ausgesprochen wie Kaylin) von Soldaten verfolgt; von einem Tal tief in den südlichen Alpen durch eine Kieferplantage, um schließlich plötzlich mitten in einer weiten Sanddünenlandschaft, wie man sie an Aucklands Westküste findet, herauszukommen. Ich warte hoffnungsvoll auf die Szene, in welcher der Kampf im Vulkanplateau anfängt und, sagen wir, im Bay of Islands oder an der Tiwai Point Aluminiumschmelzerei endet.

Die Namen der Charaktere sind fantastisch klischeehaft, der arme Holzfäller, der von seinem mysteriösen Schicksal die Welt zu retten erfährt, heißt Richard Cypher, der böse Tyrann, der nur an die Beherrschung der Welt denkt ist Darken Rahl und der volle Name des weisen Zauberers Zedd klang ein wenig nach Zeddicus Zoroaster Zolander.

Cypher wird vom Australier Craig Horner gespielt, der mit seinen Bauchmuskeln genau das richtige Requisit für diese Rolle gleich selbst mitbringt; Kahlan, die tapfere Maid mit dem bösen Blick, wird eher gestelzt von der Amerikanerin Bridget Regan dargestellt.

Die Kiwis hingegen stehlen ihnen die Show. Jay Laga'aia ist wie gemacht für zerrissene Lederkluft und Craig Parker genießt jeden Moment als Darken Rahl, einer von diesen schöngeistigen Diktatoren, die vermutlich, zwischen den Folterszenen, nebenberuflich Inneneinrichter sind.

Bisher gab es so viel Action, dass es schwierig ist, viel darüber zu sagen, wer der Sucher ist oder warum wir uns um seine sehr stereotypische Aufgabe kümmern sollten. Es geht um irgendein mächtiges Buch und um die Bekämpfung von Darken mit einem ganz besonderen Schwert, was alles auf eine Reise quer durch alle "Grenzen" hindeutet.

Aber wir werden sicher auch Spaß haben, wenn die Geschichte hoffentlich aus ihren Klischees herausbricht.

Oder wir werden uns darüber wundern, falls die Schauspieler es schaffen, kompetent genug zu werden, um mit ihren falschen Waffen den Kampfszenen ein wenig mehr Leben einzuhauchen und nicht nur in Zeitlupe zu kämpfen. Und dann ist da noch die funkelnde Aussicht, dass einer der Charaktere, wenn sie noch einen von Zedds bedeutungsvollen Epitheten hören müssen, durchdreht und ihm den Kopf abreißt.

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